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Warum Softwaretests in Banken so wichtig sind

19.04.2022

Eine Bank-Software soll allen Ansprüchen genügen und die beste Qualität aufweisen, damit sie den Anforderungen entspricht. Ein gutes Testmanagement sorgt dafür. Doch es gibt noch weitere Gründe, warum das Testen in Banken so wesentlich ist.

Software-Tests sparen Geld, schaffen Vertrauen und entsprechen den gesetzlichen Vorgaben, denen Banken unterliegen. Deshalb sollte es jeder Bank leichtfallen, bei der Entscheidung für eine neue Software auch auf ein umfassendes Testmanagement zu setzen. Denn im Zuge der Tests werden sämtliche Qualitätsanforderungen an die Software mit erfüllt: Die Anwender*innen werden eine gute Qualität erhalten.

Warum wird dann so oft am Test gespart?

In den Kernbanksystemen trifft die zunehmende Komplexität der Softwarelandschaften auf immer kürzere, agile Entwicklungsphasen. Deshalb erfordert erfolgreiches Testen bei den Tester*innen ein umfassendes Know-how, das möglichst mit unabhängigen IT-Zertifikaten wie dem des International Software Testing Qualification Board (ISTQB) belegt sein sollte. Testen braucht aber auch die richtige Erfahrung, Engagement und Teamfähigkeit. Denn nur, wenn ein*e Berater*in aus Anwender-, Entwickler- und Regulatorik-Sicht versteht, welche Fehler auftreten können, welche Auswirkungen diese auf weitere Prozesse haben und welche Risiken dadurch entstehen können, lassen sich Fehler von vornherein vermeiden oder gezielt beheben.

Nicht immer können Banken intern auf genügend Ressourcen mit einem solchen Fachwissen zugreifen. Doch extern Testkompetenzen einzukaufen, ist vielen in den heutigen Zeiten zu kostspielig: Im Niedrigzinsumfeld sind oftmals Erträge eingebrochen – im Nachgang der Corona-Pandemie stellen sich Banken zudem auf mögliche Kreditausfälle ein. Welche Bank möchte dann noch hohe Beträge für ein komplexes externes Testgeschehen bezahlen?

Testen spart Geld

Es lohnt sich dennoch, in ein umfassendes Testmanagement zu investieren. Denn jeder Fehler, der vor der Implementierung und dem Go-live gefunden, analysiert und behoben wird, spart bares Geld: Weist die Software später nicht die richtige Qualität auf, so verursacht dies langfristige Schäden. So stürzten beispielsweise schon Börsen-Indizes ab, weil in einer Software die Wertpapierkennnummer (WKN) und der Kurs verwechselt wurden. Weniger spektakulär, aber kostenintensiv kommen zudem die Fehler daher, die sich in Anwendungen und Betriebssystemen verbergen: Wieviel Zeit geht für einen System-Neustart verloren? Wie oft müssen Daten neu erfasst werden? Wie oft wird für eine Fehlerbehebung die Hotline bemüht? Bugs in diesen Bereichen fordern Zeit und in Summe viel Geld.

Deshalb sollte effizientes Testen schon früh in der Entwicklungskette ansetzen – bereits in der Entwurfsphase sind erste Tests sinnvoll. Werden diese konsequent fortgeführt, lassen sich Schadenersatz-Ansprüche ebenso vermeiden wie nachhaltige Imageschäden: Im schlimmsten Fall verlieren die Anwender das Vertrauen in die Software und nutzen diese nicht.

Testen schafft Vertrauen

Ein gutes Vertrauen in die Software lässt sich bei späteren Anwender*innen aufbauen, indem diese ins Testgeschehen einbezogen werden. Das ist in mehrfacher Hinsicht sinnvoll: Die Anwender*innen kennen die abzubildenden Prozesse genau – sie können mit ihrer Expertise dazu beitragen, die Prozesse zu optimieren und in der Software abzubilden. Springt der Funke für eine gute, arbeitserleichternde Software zu ihnen über, werden sie sich auch zu wertvollen Multiplikator*innen entwickeln und als Key-User*innen in den Abteilungen richtigen Umgang mit der Software vermitteln.

Banken sind gesetzlich zum Testen verpflichtet

Im Hinblick auf ihre IT-Prozesse müssen Banken zudem vieles beachten, um ein funktionierendes Sicherheitsmanagement sicherzustellen: Das veröffentlichte Rundschreiben zu den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) sowie die aktuelle Fassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) aus 2021 legen die Details dafür fest. Insbesondere die Anforderungen aus AT 7.2 und AT 7.3 der MaRisk müssen erfüllt werden. Dazu gehört die Etablierung eines Regelprozesses für das Testmanagement von Software. Die Umsetzung der MaRisk wird durch angekündigte Sonderprüfungen nach § 44, Absatz 1, Kreditwesengesetz (KWG) überprüft.

In den MaRisk-Regularien gibt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) außerdem ein striktes Regelwerk vor, das Banken und Finanzdienstleister beim Outsourcing von Prozessen zu beachten haben. Vor allem für die „wesentlichen Auslagerungen“ gelten besondere Vorgaben – und höchste Anforderungen an den Dienstleister. Diese strikten Anforderungen an die zu erbringenden Leistungen werden von den Banken laufend überprüft.

Was macht das Testen also erfolgreich

  • Klarer Projektablauf: Vom ersten Vorgespräch über den Aufbau der Testumgebung und der Erstellung der Testfälle bis zur Durchführung und Dokumentation – alle Projektschritte müssen gut aufeinander abgestimmt sein.
  • Gemeinschaftlich agierendes Testteam: Arbeiten Entwickler*innen, Fachbereich und Testmanager*innen gut und vertrauensvoll zusammen, sind sie erfolgreicher. Denn die Entwickler*innen können genau einschätzen, wo die Software mögliche Schwachstellen aufweist. Der Fachbereich kennt die Vorgängerversion und die User-Cases – er weiß, worauf es zukünftig für die Anwender ankommt. Und professionelle Tester*innen bringen ihr zertifiziertes Test-Know-how, ihr Fachwissen zu Regularien und ihre große Erfahrung aus anderen Projekten ein.
  • Wirtschaftliche Testdurchführung: Tests brauchen das richtige Budget, aber sie sollten auch nicht ausufern. Dafür sorgen das gute Zusammenspiel des Testteams und der klare Projektablauf.

Leichter testen mit der Testfabrik

Das Beckmann & Partner Team geht noch einen Schritt weiter: Hier wird unter der Leitung des bankfachlichen Beraters Ingo Schmidt eine Testfabrik aufgebaut, die sich mit der Testautomatisierung befasst. Ob die Kund*innen von dieser wirtschaftlichen Art der Testdurchführung profitieren können, wird bereits im Vorgespräch ermittelt: Schon bei der Einführung in das Projekt wird das zu testende System mitsamt seinen Komponenten betrachtet, die Testanforderungen werden genau beleuchtet. So zeigt sich schnell, ob und in welchem Umfang sich automatisierte Tests eignen – oder ob es Gründe gibt, die dagegensprechen.

Die Testfabrik wird im Rahmen der hauseigenen „Innovations-Zelle“ beständig weiterentwickelt: Die Testautomatisierung soll dazu beitragen, die Entwicklungsumgebung so zu gestalten, dass sie leichter zu verwalten ist und „auslieferungsfertig“ gepackt werden kann. Testfälle und Testumgebung können somit einfacher weitergegeben werden und bleiben in ihrer virtuellen Umgebung vom restlichen System abgekapselt. Dadurch sind auch verschiedene Umgebungen für unterschiedliche Testsysteme denkbar. 

Bei der Wahl der richtigen Teststrategie sind die Risikoausprägungen entscheidend. Je geschäftskritischer die Vorgänge ausfallen, umso höher muss die Testabdeckung sein.

Das Beckmann und Partner-Team steht seinen Kund*innen dabei jederzeit zur Seite: Die Testprofis sind gerne für alle Projektbeteiligten die ersten Ansprechpartner, sie steuern die Testaktivitäten gezielt und wirtschaftlich. Läuft etwas nicht rund, intervenieren sie direkt und leiten alles in die Wege, um die Testziele zu erreichen.

Mehr übers Testen wissen – mit beckCampus

Im beckCampus bietet das Beckmann & Partner-Team zudem Seminare zum Thema Testen an. Neben dem Seminar “Grundlagen des Testens” finden sich hier weitere Angebote für interne Tester der Bankinstitute, die deren Know-how im Testbereich vertiefen.

„Je besser eine Software im Test ist, umso besser ist diese später im Markt“, meint Florian Kölling, bankfachlicher Berater und Trainer des Beckmann & Partner Teams. „Deshalb sollten Tests in Banken mehr Wertschätzung erhalten und das richtige Budget mitbringen. Wir unterstützen Banken gerne bei ihren Entwicklungsprojekten, indem wir gut und gezielt mit Entwicklern und Fachbereichen zusammenarbeiten und die Kommunikation untereinander fördern. Unsere Leistungen entlasten im Tagesgeschäft und stellen den Erfolg des Testprojektes nach allen regulatorischen Vorgaben und internationalen Standards sicher. Unser umfassendes Wissen dazu geben wir gerne in unseren Seminaren zum Testmanagement weiter: Interessierte laden wir herzlich ein, direkt Kontakt mit uns aufzunehmen!”